3. Basiswissen

Wir beschäftigen uns nun mit den Karten. Beim Skat haben wir 32 verschiedene Karten, die alle unterschiedlich aussehen und auch eine andere Bedeutung haben. Wenn Sie ein richtiges Kartenblatt haben, so legen Sie es einfach mal vor sich auf den Tisch. Jede Karte hat 2 Seiten. Eine Seite ist bei allen Karten immer gleich. Dies ist die Rückseite und sie kommt nach unten.

Bitte schauen Sie sich mal die Karten in Ruhe an. Was fällt Ihnen hierbei auf? Sie finden auf jeweils 8 Karten folgende Symbole, auch Farbe genannt:


= Karo (Schellen)


= Herz (Coeur, Rot,...)


= Pik (Gras, Grün, Laub)


= Kreuz (Treff, Eichel)


Wir werden etwas später noch sehen, dass das Aussehen der Farbsymbole in den sogenannten altdeutschen Kartenblättern stark abweichen kann.

Merke: Von jeder Farbe gibt es immer 8 Karten.

Wenn Sie nun die 32 Skatkarten nach den 4 Farben sortieren, ergeben sich folgende Kartenwerte:

7, 8, 9, 10, B (Bube), D (Dame), K (König) und A (Ass)

Es gibt 8 verschiedene Werte. Mit diesen Farben und Kartenwerten werden wir in Zukunft ständig zu tun haben. Der Vollständigkeit halber seien sie noch einmal alle aufgeführt:


Manche unserer aufmerksamen Leser werden an dieser Stelle einwerfen, dass die Bilder - damit sind B (Bube), D (Dame) und K (König) gemeint - in manchen Skatblättern ganz anders aussehen. Manchmal - in altdeutschen Blättern - sogar die Farben. Lassen Sie uns das mal am Beispiel der Kreuz Dame (Kr D) verdeutlichen:









Bitte seien Sie nicht verwirrt. Man kann mit jedem Blatt Skat spielen. Man muss sich nur an das Aussehen gewöhnen. Wir verwenden im gesamten Lehrgang das französische Kartenblatt. Falls Sie es wechseln wollen, finden Sie dazu Hinweise im Anhang. Beim Nachspielen der kommentierten Beispiele in unserer Software können Sie natürlich auch problemlos das Kartenblatt wechseln. Näheres entnehmen Sie bitte der Programmbeschreibung.

Nach diesem kleinen Exkurs wollen wir mit unserem Lehrgang fortfahren. Wir kennen jetzt die 4 Farben (Karo, Herz, Pik, Kreuz) und die Kartenwerte.

Beim Skatspiel gibt es - wie Sie sich sicher gut vorstellen können - immer einen Gewinner und passend dazu einen Verlierer. Um den Gewinner und den Verlierer am Ende eines Spieles - damit ist gemeint, wenn alle Karten aus der Hand ausgespielt sind - bestimmen zu können, müssen die Augen der einzelnen Stiche gezählt werden.

Was sind die Augen, werden Sie sich jetzt sicherlich fragen. Das ist einfach zu beschreiben. Die 8 verschiedenen Kartenwerte kennen wir bereits. Jedem dieser Kartenwerte wird nun genau ein Augenwert zugeordnet. Das Ergebnis sehen Sie hier:


7, 8 und 9    =    0 Augen

Dame    =    3 Augen

König    =    4 Augen

10    =    10 Augen

As    =    11 Augen

Bube    =    2 Augen


Alles verstanden? Natürlich! Oder?

Lassen Sie uns das einmal an ein paar Beispielen üben. Wir geben Ihnen ein paar Karten vor und Sie bilden die Summen der Augen. Die Lösungen werden im Anschluss gegeben:



‍    1                                 (Kreuz Dame),                                 (Pik 7) und                                  (Pik König)




‍    2                                 (Karo 7),                                          (Karo 9) und                                (Karo Bube)




‍    3                                  (Herz 10),                                        (Herz 8) und                                (Herz Ass)

‍ 




‍    4     (Pik Dame),  (Pik Ass) und  (Kreuz Ass)



Lösungen:

‍    1    3 Augen + 0 Augen + 4 Augen = 7 Augen

‍    2    0 Augen + 0 Augen + 2 Augen = 2 Augen

‍    3    10 Augen + 0 Augen + 11 Augen = 21 Augen

‍    4    3 Augen + 11 Augen + 11 Augen = 25 Augen

Das Augenzählen werden wie an dieser Stelle erst mal beenden. Wir werden später regelmäßig darauf zurückkommen.

Merke: Das Augenzählen ist eine ihrer zentralen Aufgaben beim Skat.


Rangfolge der Karten


Lassen Sie uns das Wichtigste zusammenfassen. Was haben Sie bis jetzt gelernt?


Sie kennen die 4 Farben (Karo, Herz, Pik, Kreuz), die Kartenwerte (7, 8, 9, 10, B, D, K, A) und die Augenzahl aller Karten. In diesem Abschnitt lernen wir nun die Rangfolge der Karten zueinander. Dies wird später vor allem dann wichtig, wenn die einzelnen Karten ausgespielt werden und wir bestimmen wollen, welcher Spieler den Stich und damit auch die Augen erhält.

Um dies zu erklären, müssen wir ein wenig mehr ausholen und noch einmal auf den groben Ablauf zurückkommen. Werden Sie bitte nicht ungeduldig.

Nach dem Mischen und Verteilen der Karten nimmt jeder Spieler seine Karten in die Hand , ohne dass sie ein anderer Spieler sehen kann. Die Spieler überlegen sich dann, was sie spielen wollen. Jetzt werden Sie sich sicherlich fragen, was ist mit "spielen" gemeint?


Merke: Im Skat werden 3 Hauptspiele unterschieden: Grand-, Farb- und Nullspiele


Beginnen wir mit dem Grandspiel:

Bei einem Grand gehören alle Buben zu den sogenannten Trümpfe und werden gesondert benutzt. Ihre Rangfolge ist:

‍ (Kreuz Bube), (Pik Bube), (Herz Bube),  (Karo Bube)

Hierbei ist der Kreuzbube die höchste Trumpfkarte. Danach kommt der Pikbube, usw..

Die restlichen Karten haben dann pro Farbe folgende Reihenfolge:

‍ (Ass),  10,  (König),  (Dame),  9 ,  8 ,  7

Das Ass ist dabei immer die höchste Karte innerhalb einer Farbe.



Lassen Sie uns gleich mit dem Farbspiel weitermachen. Auf Ihre Fragen kommen wir gleich im Anschluss. Beim Farbspiel - der Name deutet bereits darauf hin - gehören nicht nur die Buben, sondern auch alle Karten einer Farbe zu den Trümpfen. Wir haben somit 4 verschiedene Farbspiele: Kreuz,- Pik-, Herz- und Karospiel.

Die Trumpfrangfolge hat nun folgendes Aussehen. Wie beginnen mit der höchsten Trumpfkarte:

‍ (Kreuz Bube), (Pik Bube), (Herz Bube),  (Karo Bube), 


‍ (Ass),  10,  (König),  (Dame),  9 ,  8 ,  7

Bei den restlichen Farben haben die Karten wie beim Grandspiel folgende Reihenfolge:

‍ (Ass),  10,  (König),  (Dame),  9 ,  8 ,  7



Nicht verzagen, wir haben es gleich geschafft. Als letzte Spielart steht nur noch das Nullspiel auf der Tagesordnung. Beim Nullspiel gibt es keine Trümpfe und die Buben werden einfach in die Farben eingereiht:

‍ (Ass),  10,  (König),  (Dame),  (Bube),  9 ,  8 ,  7

Alles soweit klar? Bitte nehmen Sie sich noch etwas Zeit. Die Rangfolgen sollten Sie sich gut eingeprägt haben, bevor sie weiterlesen.


Pause


Ich sehe, Sie wollen weitermachen. Der Weg zu den erstem Übungen ist nicht mehr weit. Sie haben jetzt gelernt, wie die Rangfolge der Karten in den einzelnen Spielen ist.


Frage: Wozu muss ich das denn wissen?


Zum einen ist es für die Reizung wichtig, zum anderen beim späteren Ausspielen der Karten. Egal wie gut Sie das Reizen beherrschen, ein Spiel gewinnt man nur - entweder alleine oder mit einem Partner - wenn man eigenen Karten optimal ausspielt.

Bevor wir nun mit der Reizung weitermachen, möchten wir kurz den Begriff "Stich" und das Ausspielen erklären, denn Sie müssen bereits beim Reizen diesen Sachverhalt kennen und verstehen.

Wir wissen, dass der Spieler links neben dem Kartengeber, die 1. Karte ausspielen muss. Seine Position wird auch als Vorhand bezeichnet. Der nächste Spieler befindet sich dann in der Mittelhand und der letzte in der Hinterhand. Nach dem die 3. Karte auf dem Tisch liegt, kann festgelegt werden, wer den Stich - damit sind die 3 ausgespielten Karten gemeint - bekommt.

Der Stich gehört demjenigen, der unter Beachtung der Regeln

‍    •    zu einer ausgespielten und durchweg bedienten Farbe die ranghöchste Karte hat,

‍    •    eine Farbe ausspielt, die weder bedient noch gestochen wird,

‍    •    eine ausgespielte Farbe als einziger mit einer Trumpfkarte sticht,

‍    •    einen Trumpf auf eine ausgespielte Farbe mit einem höheren Trumpf übersticht,

‍    •    bei gefordertem Trumpf den höchsten spielt,

‍    •    Trumpf fordert und darauf nur Farbkarten erhält.

Wir wollen dies mal an ein paar Beispielen üben. Wir gehen davon aus, dass der Spieler links von Ihnen Grand spielt und Sie immer die 1. Karte ausspielen. Ihre Aufgabe ist es nun, zu sagen, wem der Stich gehört.

‍    1    Sie:   

‍    2    Wenn Sie noch unsicher sind, so schauen Sie einfach weiter oben nach. Ein kleiner Tipp. Trumpf wurde nicht gespielt.

‍    3    

‍    4    Sie:   

‍    5    

‍    6    Sie:   

‍    7    

‍    8    Sie:   

‍    9    

‍    10    Sie:   

‍    11    

‍    12    Sie:   

‍    13    

‍    14    Sie:   

Lösungen:

‍    1    Richtig, dem rechten Spieler gehört diesen Stich. Jeder der Spieler hat ihre ausgespielte Farbe bedient. Trumpf wurde nicht gespielt. Die Pik 10 ist somit die ranghöchste Karte.

‍    2    

‍    3    Sie bekommen den Stich. Alle anderen Spieler konnten ihre Karte nicht mehr bedienen und haben eine Karte abgeworfen.

‍    4    

‍    5    Lassen Sie sich nicht täuschen. Es wurden zwar 3 Pikkarten gespielt, aber Sie bekommen den Stich nicht. Die rechte Person hat keine normale Pikkarte mehr und hat den Stich mit einer Trumpfkarte - hier Pik Bube - gestochen.

‍    6    

‍    7    Was sehen wir hier? Alle anderen Spieler konnten ihre Karte nicht mehr bedienen. Sie konnten es sich so aussuchen, ob sie eine Karte abwerfen oder lieber stechen wollen. In unserem Beispiel haben beide Spieler eine Trumpfkarte genommen. Es erhält somit der Spieler den Stich, der die höherrangige Trumpfkarte genommen hat. In diesem Fall bekommt den Stich die rechte Person.

‍    8    

‍    9    Den Stich bekommt der Spieler, der den Pik Buben gespielt. hat. Sie hatten mit dem Herz Buben eine Trumpfkarte gespielt. Der Pik Bube ist ein höherrangiger Trumpf als ihr Herz Bube. Der rechte Spieler hat keine Trumpfkarte mehr, denn sonst hätte er ihn nehmen müssen und hat statt dessen eine andere kleine Karte abgeworfen, die nicht weiter betrachtet wird.

‍    10    

‍    11    Auch in diesem Beispiel haben Sie Trumpf gespielt. Keiner der beiden anderen Spieler hat noch eine Trumpfkarte (es besteht Bedienpflicht!!). Damit ist klar, dass Sie den Stich bekommen.

‍    12    

‍    13    Sie bekommen den Stich. Der rechte Spieler hat mit Karo 10 eine Karte abgeworfen, sie wird somit nicht bewertet. Das Pik Ass ist ranghöher als die Pik 7.

Soweit alles verstanden? Wie werden diesen Sachverhalt später noch an verschiedenen Beispielen vertiefen. Nur noch eins:

Merke: Wer den Stich bekommt, bekommt auch alle Augen aus diesem Stich.



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